1. Alltagsszene: „Du bist immer am Arbeiten – und ich bin immer am Warten“

Typisches Bild:

  • Überstunden, Projekte, Mails am Abend, Handy im Urlaub.

  • Zuhause: „Bin müde“, „Lass mich kurz runterkommen.“

  • Gemeinsame Zeit wird verschoben: „Wenn das Projekt vorbei ist…“

Aber: Das nächste Projekt kommt immer.


2. Workaholic-View: „Ich mache das doch für uns – und für meinen Selbstwert“

Innen:

  • „Ich will niemanden enttäuschen.“

  • „Erfolg gibt mir das Gefühl, etwas wert zu sein.“

  • „In der Arbeit weiß ich, was zu tun ist – in Gefühlen nicht.“

Verhalten:

  • permanente Erreichbarkeit.

  • Stolz, aber auch Druck.

  • Reizbarkeit, wenn Wünsche nach Nähe kommen.

Prägungen:

  • „Leistung = Liebe.“

  • „Ausruhen ist gleichbedeutend mit Schwäche.“


3. Zurückbleibenden-View: „Ich will nicht ständig um Aufmerksamkeit bitten“

Innen:

  • „Ich will keine zusätzliche Last sein.“

  • „Ich will aber auch nicht nur die Restenergie.“

  • „Ich fühle mich abgewertet gegenüber der Arbeit.“

Reaktionen:

  • Vorwürfe, Streit („Die Arbeit ist dir wichtiger als ich“).

  • Rückzug, eigene Welt aufbauen.

  • manchmal: emotionale Abwendung, Affäre, innere Kündigung in der Beziehung.


4. Innen-View: Arbeit als erlaubte Droge

Neurobiologisch:

  • Arbeit aktiviert das Belohnungssystem:

    • Anerkennung, Erfolge, Zahlen, sichtbare Resultate → Dopamin.

  • Gefühle, Nähe, Verletzlichkeit aktivieren:

    • Bindungssystem, alte Wunden, Unsicherheit.

Die Psyche wählt oft instinktiv:

  • das Gebiet, das berechenbar und belohnt wird → Arbeit, Karriere.

  • und meidet das Gebiet mit unklaren Regeln → Gefühle, Beziehung.

So wird Arbeit zur sozial akzeptierten Sucht.


5. NeuroBioMed-View: Was überdeckt deine Leistung?

In der Neurobiologischen Mediation (NeuroBioMed):

  • wir schauen:

    • Welche Emotionen werden durch Arbeit überdeckt (Angst, Leere, Scham, Einsamkeit)?

    • Welche inneren Stimmen treiben dich („Beeil dich!“, „Du bist noch nicht gut genug!“)?

  • wir spüren im Körper:

    • Wie fühlt es sich an, wenn du NICHT arbeitest?

    • Wie lange hältst du Ruhe überhaupt aus?

Ziel:

  • nicht „Erfolg schlecht machen“,

  • sondern Selbstwert und Ruhe nicht nur an Leistung koppeln
    und wieder Platz für Beziehung, Körper und Gefühle schaffen.


6. Reflexionsfragen

Für die arbeitsflüchtende Person:

  • „Wer wäre ich ohne meine Arbeit – wer dürfte ich dann sein?“

  • „Was passiert in mir, wenn ich einfach nur auf dem Sofa sitze und nichts leiste?“

  • „Welche Sätze aus meiner Kindheit höre ich noch immer, wenn es um Leistung geht?“

Für die zurückbleibende Person:

  • „Wo erwarte ich, dass mein/e Partner:in eine innere Leere in mir füllt, die vielleicht auch meine eigene Aufgabe ist?“

  • „Wie kann ich klar sagen, was ich brauche – ohne Arbeit grundsätzlich abzuwerten?“


7. Keywords

  • Partner arbeitet nur noch

  • Arbeit als Flucht aus der Beziehung

  • Workaholic in der Ehe

  • NeuroBioMed Arbeitssucht Beziehung

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