1. Alltagsszene: „Es ist doch nur ein Bier / nur ein Spiel / nur das Handy…“
Typisches Bild:
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täglicher Alkohol „zum Runterkommen“.
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stundenlanges Gaming oder Scrollen.
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Serien-Binge bis spät in die Nacht.
Sätze:
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„Stell dich nicht so an.“
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„Ich hab doch alles im Griff.“
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„Das ist mein Ausgleich.“
2. Sucht-View: „Ich will einfach Ruhe im Kopf – und kurz nichts mehr fühlen“
Innen:
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„Der Tag war zu viel.“
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„Ich will einfach abschalten.“
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„Ich weiß nicht, wie ich sonst runterkomme.“
Suchtverhalten schenkt:
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kurzfristige Entspannung,
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Ablenkung,
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scheinbare Kontrolle über Gefühle.
Aber:
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danach kommen Schuld, Scham, Konflikte – und oft noch mehr Sucht.
3. Mitbetroffenen-View: „Ich schaue zu, wie du dich entfernst – und weiß nicht, wie ich dich erreiche“
Innen:
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„Ich verliere dich Stück für Stück.“
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„Wir sind nicht mehr auf derselben Ebene.“
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„Ich fühle mich machtlos.“
Verhalten:
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Versuche, zu kontrollieren („Wie viel hast du getrunken?“).
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Ultimaten, Bitten, Drohungen.
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irgendwann: Resignation oder Co-Abhängigkeit („Ich richte mich komplett nach deiner Sucht.“).
4. Innen-View: Sucht als Schmerzregulation
Neurobiologisch:
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Suchtmittel/-verhalten aktivieren das Belohnungssystem und dämpfen das Schmerzzentrum.
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Oft werden damit überdeckt:
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innere Leere,
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Scham,
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Beziehungsstress,
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alte Traumata.
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Der Körper „lernt“:
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Stress → Suchtmittel.
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unangenehme Gefühle → Flucht in Substanz oder Bildschirm.
Je öfter:
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desto stärker die Verschaltung,
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desto weniger andere Strategien.
5. NeuroBioMed-View: Nicht nur das Verhalten – den inneren Schmerz sehen
In der Neurobiologischen Mediation (NeuroBioMed):
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wir fragen:
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Was genau willst du NICHT fühlen, wenn du trinkst/zockst/scrollst?
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Wo im Körper sitzt dieser alte Schmerz?
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wir arbeiten mit:
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Körperwahrnehmung,
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inneren Bildern,
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den ersten Situationen in deinem Leben, in denen du gelernt hast: „Ich bin allein mit meinem Schmerz.“
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NeuroBioMed ist kein Ersatz für Suchttherapie,
kann aber helfen, die emotionale Wurzel und die Beziehungsdynamik dahinter zu verstehen und zu verändern.
6. Reflexionsfragen
Für die suchtflüchtende Person:
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„Wann genau greife ich zu (Uhrzeit, Gefühl, Situation)?“
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„Welche Emotionen tauchen auf, wenn ich mir verbiete, zur üblichen Zeit zu konsumieren?“
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„Welche andere Form von Entlastung habe ich mir nie erlaubt?“
Für die mitbetroffene Person:
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„Wo überschreite ich meine eigenen Grenzen, um die Sucht zu ‚managen‘?“
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„Wo habe ich gelernt, Verantwortung für andere zu übernehmen, die sich selbst vernachlässigen?“
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„Welche Unterstützung brauche ich selbst (Freunde, Beratung, eigene Auszeiten)?“
7. Keywords
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Partner trinkt zu viel Beziehung
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Suchtverhalten und Partnerschaft
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Co Abhängigkeit Ehe
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NeuroBioMed Sucht und Gefühle